Freitag, 26. Juli 2013

Indien-Reise 2012, Teil 4: Verlobungsfeier

Hier geht es zu Teil 1, 2 und 3.

Kleine Anmerkung vorweg: Obwohl wir selber einige "offizielle" Bilder mit dem Paar geschoßen haben (sowohl auf der Verlobung als auch bei der Hochzeit),bat uns das Brautpaar, diese nicht online zu stellen, da sie selber einen Fotographen engagiert hatten.

2 Dinge habe ich im letzten Teil vergessen: Wir wurden vermessen, damit die zum Sari passenden Blusen angefertigt werden können. Und am Abend vor der Verlobungsfeier haben Claire, Clemence und ich noch Henna auf die Hände appliziert bekommen. Eine nette Studentin, die den Sommer über im Homestay arbeitet, hat das für uns gemacht. Mehrere Stunden lang saßen wir mit erhobenen Händen da, damit wir auch ja nirgends dran kommen! Damit es auch besonders kräftig wird, haben wir es über Nacht draufgelassen. Sobald es einmal getrocknet ist, geht das problemlos.

Samstag, 25.08.2012

Wir stehen früh auf, denn wir werden uns ja heute (mehr oder weniger) traditionell kleiden und schmücken. Das getrocknete Henna läßt sich leicht von den Händen waschen und darunter kommt ein kräftig braunes Muster zum Vorschein, das uns stellenweise knapp 4 Wochen erhalten bleibt. Im Nachhinein hätten es ein paar Stunden einwirken auch getan, denn die Lienen sind sehr dick geworden und zerlaufen. Aber wir sind trotzdem stolz wie Oskar!
Wir frühstücken und ziehen unsere Churidars (bzw. Seidenhemden im Falle der Jungs) an und legen Lage um Lage Schmuck an, inklusive Bini (der kleine Punkt auf der Stirn). Es macht Spaß auch wenn es sehr ungewohnt ist, bei jedem Schritt zu klingeln.


Gruppenfoto vorm Homestay


Henna! (Clem, ich und Claire)
Bangles *klingeling*
Wir fahren zu der Kirche, in der ein kleiner Gottesdienst stattfindet währendessen der Ehering gesegnet wird. Verstehen tun wir nicht viel, da es ja alles auf Malayalam stattfindet. Nacht dem Gottesdienst geht ins Gemeindezentrum nebenan in dem die Vorlobungsfeier stattfindet. Das zukünftige Brautpaar sitzt auf der reich geschmückten Bühne und sehen beide wunderbar aus. Es werden Reden gehalten, Familien- und Gruppenbilder geschoßen und natürlich gegessen. Ich probiere mich fleißig durch das Angebot und unterhalte mich ein wenig mit den deutschsprachigen Familienmitgliedern des Paares. Eine ältere Dame stellt sich als Julie's Tante vor. Sie ist um die 70, Ordensschwester und wohnt in Zentralindien, wo sie unterichtet (Krankenschwestern, glaube ich). Sie spricht gut Deutsch auch wenn sie es vermutlich eine Weile schon nicht gesprochen hat. Christiane und ich unterhalten uns ein wenig mit ihr und es stellt sich heraus, dass sie vor über 40 Jahren ein Jahrzent lang in Freiburg gelebt hat und dort in einem Krankenhaus gearbeitet hat. Das alleine ist ja schon ein großer Zufall an sich aber als sie dann erwähnte dass sie im Elisabeth-Krankenhaus gearbeitet hat, bin ich ganz aus dem Häuschen: 10 oder 15 Jahre nach ihrer Zeit kam ich ebendort auf die Welt! :) Schwester Emanuela ist ebenfalls von den Socken und wir unterhalten uns noch eine Weile. Die Welt ist doch ein Dorf!


Die Kirche
 
Lecker!

Nach dem Essen fahren wir erst mal nach "Hause" um uns auszuruhen. Wir halten in Pala um einer Prozession anläßlich des Onam-Festes (dazu später).
 
  
   

Abends fahren wir jedoch wieder zu Julie um einem Art Jungesellinnenabschied beizuwohnen. Es gibt einen weiteren Gottesdienst, etwas Essen und Kuchen, mit dem Julie Stück für Stück von Familie und Freunden "gefüttert" wird. Das soll sicherstellen, dass ihre Ehe so süß und gut wieder Kuchen wird. Mit der Idee könnte ich mich ja glatt für meinen eigenen Jungesellinnenabschied anfreunden ;) Wir sitzen noch beisammen, unterhalten uns untereinander und mit Julies Familie und schauen dem Monsunregen zu.

PS: Diese Folge wäre ohne die tatkräftige Ablenkung Unterstützung zweier freilaufenden Rennmäuse nicht möglich gewesen ;)

Kommentare:

  1. Ach wie schön, dass es weitergeht! Das ist so interessant. :)

    Die Obstkunst fasziniert mich ja völlig! Was für ein Aufwand dahinterstecken muss!

    Oh und haben die Henna-Muster eine spezielle Bedeutung? Oder ist das einfach nur Zierde?


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  2. Endlich erfahren wir, wie es weitergeht! Einfach schön zu lesen!! Ich freue mich auf weitere Fortsetzungen.

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  3. @Katja: Danke :) Ja, das Obst fand ich auch klasse! Viel gegessen wurde davon allerdings nicht. Henna ist in erster Lienie ein Schmuck und findet vor allem bei muslimischen Festlichkeiten Verwendung. Ob die Muster an sich eine Bedeutung haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sie das zumindestens ursprünglich mal hatten.

    @Mama: Der nächste Bericht kommt hoffentlich schneller :)

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